Johann Sonnleitner
Künstlerbiographien 2010
Johann Sonnleitner ist international angesehen als Spieler historischer Tasteninstrumente. Er wurde 1941 in Österreich geboren, absolvierte ein breit gefächertes Studium an der Musikhochschule und Universität in Wien. Durch viele Jahre arbeitete er eng mit Nikolaus Harnoncourt zusammen: zuerst im „Concentus Musicus, Wien“, dann am Züricher Opernhaus und als sein Assistent an der Hochschule Mozarteum in Salzburg. Seine Lehrtätigkeit begann an den Musikhochschulen in Wien und Salzburg, bis er 1979 an die Musikhochschule Zürich berufen wurde. Ausserdem unterrichtete er viele Jahre an der Schola Cantorum in Basel und an der Sommerakademie für Alte Musik in Innsbruck. Er gibt Meisterkurse an verschiedenen Musikhochschulen und ist Jury-Mitglied internationaler Wettbewerbe.
Als Komponist und Interpret setzt sich Johann Sonnleitner intensiv für neue Musik in einem „natur-tönig erweiterten“ Tonsystem ein. Damit verbunden ist die Neu-Entwicklung 24-töniger Tasteninstrumente. In der Forschung widmet sich Johann Sonnleitner besonders dem Gebiet der Tempoverhältnisse in der Aufführungspraxis der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Clemens-Christoph von Gleich verfasste er das Studienwerk „Bach: Wie schnell?“. Seit 1985 verzichtet er im Hinblick auf die Unwiederholbarkeit jeder Interpretation bewusst auf CD-Aufnahmen. Seine Konzerte sind daher in jeder Hinsicht eine Einzigartigkeit.
Yuko Abe-Haueis
Die in Japan geborene Pianistin Yuko Abe-Haueis studierte Klavier bei Sakiko Nagayo an der Senzoku Musikhochschule in Tokio, Japan. 1993 gewann sie im Kammermusikvorspiel für junge Musiker in Kanagawa. 1994 folgte die erste Konzerteinladung zum Gedächtniskonzert des Takahata - Musiksaals. Yuko Abe-Haueis konzertierte anschließend in Tokio, Kanagawa, Chiba, Ishikawa, Yamagata und Niigata. Es folgte ein auf historische Tasteninstrumente spezialisiertes Studium in Europa. Im Mittelpunkt stand dabei das Studium des Fortepiano bei Eduardo Torbianeli und Johann Sonnleitner. Außerdem vertiefte sie Cembalo und Basso continuo bei Gottfried Bach, Johann Sonnleitner, Margarete Kopelent an der Schola Cantorum Basiliensis und Musikhochschule Zürich. Meisterkurse absolvierte sie für Fortepiano bei Andreas Steier und Eckart Sellheim und für Cembalo bei Robert Kohnen. Yuko Abe-Haueis konzertiert in Solokonzerten und Kammermusikabenden auf dem Klavier, Hammerflügel und Cembalo in Deutschland, Schweiz, Frankreich, Niederlande, USA, Japan.
Als Interpretin setzt Yuko Abe-Haueis sich besonders mit der Aufführungspraxis der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts auseinander. Yuko Abe-Haueis ist Mitglied des erweiterten Kammerensembles der Akademie Alte Musik Baden-Württemberg. Zusätzlich arbeitet sie als Solistin und Liedbegleiterin mit zeitgenössischen Komponisten und konzertierte mit dem JFC - „The Japan Foundation of Composers“. Dabei reizt sie besonders, mit den Klangfarben historischer Tasteninstrumente zeitgenössische Kompositionen auszufüllen.
Andreas Weller
Der Tenor Andreas Weller erhielt seinen ersten Gesangsunterricht bereits mit acht Jahren (Prof. G. Wilhelm). 1989 war er Mitbegründer des Knabenchors collegium iuvenum Stuttgart (F. Keck). Sein Gesangsstudium begann er bei Prof. Bruce Abel an der Musikhochschule Stuttgart, wo er gleichzeitig auch Chor- und Orchesterleitung studierte. Von 1998 bis 2000 absolvierte er an der Musikhochschule Hamburg ein künstlerisches Aufbaustudium bei James Wagner, welches er mit dem Lied-Diplom "mit Auszeichnung" sehr erfolgreich abschloss. Daran anschließend war er Student in der Solistenklasse von Christoph Prégardien sowie, gemeinsam mit seinem ständigen Pianisten Götz Payer, in der Meisterklasse für Lied-Duo von Irwin Gage in Zürich.
Er ist inzwischen ein international gefragter Evangelist, Oratorien- und Liedsänger. Er arbeitet u.a. regelmäßig zusammen mit Frieder Bernius (Stuttgarter Musikpodium), Helmuth Rilling (Internationale Bach-Akademie), Masaaki Suzuki (Bach-Collegium Japan) und vielen anderen. Er wirkte bei zahlreichen CD Produktionen mit und war Preisträger zahlreicher Wettbewerbe u.a. beim Elise-Meyer-Wettbewerb Hamburg, beim Michel-Gesangswettbewerb Hamburg sowie beim 13. Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig. Im Februar 2002 wurde Andreas Weller für seine bisherige künstlerische Arbeit mit einem Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im Juni 2004 erhielt er gemeinsam mit seinem Lied-Duo Partner Götz Payer den Kiwanis-Musikpreis der Stadt Zürich verliehen.
Detmar Leertouwer
Detmar Leertouwer, geboren in den Niederlanden, fing mit Klavierunterricht bei seiner Mutter an und begann später mit Violoncello. Parallel dazu war er Ballettstudent am "Arnhems Conservatorium en Dansakademie" und Jungstudent bei Dimitri Ferschtman. Nach dem Abitur studierte er Violoncello und Klavier an der Musikhochschule Utrecht. Es folgten Studien am "International Cello Centre" in Schottland bei Jane Cowan und in Rochester (USA) bei Suzie Wijsman. In Holland nahm Detmar Leertouwer Privatunterricht in Barockcello bei Hidemi Suzuki und schloß sein Solistendiplom bei Phoebe Carrai und Pieter Wispelweij ab. Danach studierte er bei Peter Hörr und Christophe Coin, und als Fulbrightstudent in Boston/USA.
Detmar Leertouwer spielte in verschiedenen Ensembles wie Musica Antiqua Köln, Concerto Köln, Wiener Akademie, Salzburger Hofmusik, le Concert des Nations. Er konzertiert als Solocellist im l´Orfeo Barockorchester mit Michi Gaigg. 1994 war er Finalist beim "van Wassenaer Competition Amsterdam" und erhielt 1996 den zweiten Preis beim "Schmelzer Wettbewerb" Melk (A). Von 2000 bis 2004 leitete Detmar Leertouwer eine Klasse für Barockcello an der "Staatlichen Hochschule für Musik" in Trossingen. Seit dem Herbst 2007 unterrichtet er eine Cello- und Kammermusikklasse an der "Juan N. Corpas Universität" in Bogotá. Er spielt auf einem Violoncello (Tononi-Kopie von Willibrord Crijnen), das er als eine Dauerleihgabe vom niederländischen "Stichting Nationaal Muziekinstrumenten Fonds“ erhielt.
